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Vertrauen schafft Wachstum: Warum Daten ohne Governance wertlos bleiben
Dezember 11, 2025
Ein Gespräch mit Cosmin Tudor auf dem Future Banking Summit 2025
Beim diesjährigen Future Banking Summit in Brașov sprach Cosmin Tudor, Country Lead von Adastra Rumänien, mit Razvan Enache, Advisor bei Future Banking, über eine der wichtigsten Herausforderungen für Banken: Wie lassen sich Daten vertrauenswürdig, nutzbar und strategisch wirksam machen?
Das vollständige Interview in rumänischer Sprache finden Sie hier: Zum Video-Interview
Viele Daten – wenig Vertrauen
„Es gibt Dutzende Systeme, sich überschneidende Prozesse und täglich neue Daten aus den Fachabteilungen. Ohne Governance ist es schlicht unmöglich zu wissen, was verlässlich ist“, erklärte Cosmin Tudor im Gespräch.
Die Bank, die Adastra unterstützte, war in den letzten Jahren stark gewachsen – durch neue Produkte und Übernahmen. Die Datenlandschaft entwickelte sich dabei schnell zu einem schwer durchschaubaren Konstrukt: Informationen waren über viele Umgebungen verteilt, wurden unterschiedlich interpretiert oder mehrfach erhoben. Selbst grundlegende Reportings stellten eine Herausforderung dar.
Führungskräfte konnten den Dashboards nicht vollständig vertrauen. Fachabteilungen rekonstruierten dieselben Kennzahlen. Die regulatorischen Risiken stiegen.
Der Wandel beginnt mit Governance
Gemeinsam mit dem internen Team der Bank unterstützte Adastra die Umsetzung eines unternehmensweiten Governance-Frameworks. Die Maßnahmen umfassten unter anderem:
- Aufbau eines einheitlichen Datenkatalogs und Glossars
- Definition klarer Zuständigkeiten in den relevanten Datenbereichen
- Einführung von Prozessen für Datenzugriff und Änderungsmanagement
- Echtzeit-Monitoring der Datenqualität
- Aufbau einer tragfähigen Grundlage für Analytics- und KI-Anwendungen
„Es ist vielleicht nicht so sichtbar wie der Launch einer App, aber genau das ist die Basis, auf der alles andere funktioniert“, so Tudor.
Governance ist keine Aufgabe, sondern eine Fähigkeit
Wie Razvan Enache im Interview feststellte, wird Data Governance vielerorts noch als Checkliste verstanden. Cosmin Tudor sieht das anders: „Mit Governance ist man nie wirklich fertig. Neue Produkte, Übernahmen, regulatorische Änderungen – all das beeinflusst die Datenlandschaft. Es geht darum, eine Struktur zu schaffen, die mit dem Unternehmen mitwächst.“
Entscheidend sei dabei nicht nur die Auswahl der Tools, sondern auch die Befähigung der Menschen im Unternehmen und die konsequente Verankerung der Prozesse.
Adastra begleitete das Projekt nicht nur in der Konzeptionsphase, sondern blieb auch nach der Implementierung involviert, um Governance als gelebte Fähigkeit im Alltag der Organisation zu etablieren.
Dass das Thema weit über die operative Umsetzung hinausreicht, zeigen auch aktuelle Entwicklungen auf nationaler Ebene. Ein Überblick der OECD aus dem Jahr 2025 zeigt, dass Rumänien bereits 67 Prozent der Kriterien für ein strategisches Integritäts-Framework erfüllt – deutlich über dem OECD-Durchschnitt von 46 Prozent.
Zudem hebt die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) in ihrer aktuellen Rumänien-Strategie hervor, dass systemrelevante Banken ihre Widerstandsfähigkeit durch neue Governance-Strukturen und moderne Finanzierungsmodelle weiter stärken. Ein klares Signal: Vertrauen und Transparenz werden zu Schlüsselfaktoren für die nachhaltige Stabilität im Finanzsektor.
Langfristiges Engagement am Standort Rumänien
Ein weiteres zentrales Thema im Gespräch: Adastra hat offiziell eine eigene juristische Einheit in Rumänien gegründet – nach mehr als zehn Jahren erfolgreicher Projekttätigkeit in Sektoren wie Finanzwesen, Pharma, Energie und Einzelhandel.
„Wir waren hier viele Jahre aktiv. Jetzt sind wir mit einem lokalen Team präsent, mit klarer Wachstumsstrategie und langfristigem Engagement“, so Tudor.
Rumänien ist damit ein zentraler Bestandteil der Expansion von Adastra in Osteuropa und ein strategischer Baustein der internationalen Präsenz des Unternehmens in Europa und Nordamerika.
Der Blick nach vorn
Moderne Data Governance geht heute weit über das Verwalten von Daten hinaus. Es geht um unternehmerische Agilität, vertrauenswürdige Entscheidungsgrundlagen und die Fähigkeit, Innovation nachhaltig umzusetzen, sei es im Bereich künstliche Intelligenz, regulatorischer Anforderungen oder im Kundenverständnis.
„Am Ende des Tages beruhen Entscheidungen auf Daten. Wenn das Vertrauen in diese fehlt, fehlt auch die Handlungsfähigkeit.“
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