Insights
ESG-Omnibus 2025: Wie sich die ESG-Reporting-Pflichten ändern – und warum Unternehmen jetzt nicht nachlassen dürfen
Mai 27, 2025
Die Europäische Kommission hat den ESG Omnibus Proposal vorgestellt – einen Entwurf zur Änderung bestehender ESG-Vorgaben, der die bisherige Umsetzung der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) grundlegend verändert. Ziel ist es, den bürokratischen Aufwand zu senken und die Effizienz der Datenerhebung zu steigern.
ESG-Pflichten ab 2025
Die Pflicht zur nichtfinanziellen Berichterstattung betrifft künftig nur noch große Unternehmen mit über 1.000 Mitarbeitenden und einem Umsatz über 1,3 Mrd. CZK. In Tschechien wird dadurch die Zahl der betroffenen Unternehmen um rund 80 % reduziert.
Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) erhalten weiterhin Aufschub – über ihre mögliche Einbeziehung in die Berichtspflicht wird später entschieden. Außerdem dürfen große Unternehmen künftig nur in sehr begrenztem Umfang ESG-Daten von KMU anfordern – im Rahmen des freiwilligen VSME-Standards.
Ab wann gelten die neuen ESG-Fristen?
Die Fristen für das verpflichtende ESG-Reporting werden verschoben: Für die meisten Unternehmen greifen sie ab 2026 oder 2027, weitere Anforderungen wie der Nachweis von Klimaneutralität folgen ab 2028. Das EU-Ziel der Klimaneutralität bis 2050 bleibt bestehen.
Wie ändert sich die Verantwortung in der Lieferkette?
Wichtige Neuerung in der Corporate Sustainability Due Diligence Directive (CSDDD): Die Verantwortung für ESG-Risiken gilt künftig nur noch für direkte Lieferanten – und wird nur alle fünf Jahre überprüft (statt jährlich). Zudem richtet sich die rechtliche Haftung nach nationalem Recht und nicht nach EU-Recht.
Was ändert sich bei der EU-Taxonomie und beim ESG-Audit?
Weitere Neuerungen betreffen die EU-Taxonomie: Die Schwelle für die „finanzielle Wesentlichkeit“ wird angehoben, die Reporting-Vorlagen vereinfacht. Die Vorgaben gelten nur für Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitenden und einem Umsatz über 450 Mio. EUR.
Die ESG-Audits steigen von “Limited Assurance” auf “Reasonable Assurance” – also auf ein höheres Prüfungsniveau. Das erhöht die Anforderungen an Datenqualität und an die interne Vorbereitung.
Was fehlt im Vorschlag?
Branchenspezifische Standards werden abgeschafft – künftig sind sie freiwillig. Das kann den Umstieg erleichtern, wirft aber Fragen zur Vergleichbarkeit von ESG-Daten zwischen verschiedenen Branchen auf.
Zusammenfassung: Was bedeutet das für Unternehmen in Tschechien?
Entlastung: Viele Unternehmen, die ursprünglich unter die CSRD gefallen wären, könnten nun nicht mehr berichtspflichtig sein.
Später, aber gründlicher: Der Aufschub verschafft mehr Vorbereitungszeit – doch die Anforderungen bleiben hoch (z. B. beim Audit).
Fokus auf direkte Lieferanten: Der Verantwortungsbereich wird kleiner – aber ein ESG-Risikomanagement ist weiterhin notwendig.
Strategische Chance: ESG-Reporting ist mehr als nur Pflicht – wer seine ESG-Daten frühzeitig strukturiert, kann sie aktiv zur Risikosteuerung, Finanzierung und Imagepflege nutzen.
Welche Vorteile bietet ESG-Reporting auch ohne gesetzliche Pflicht?
Die geplanten Änderungen schaffen Raum zur Vorbereitung, legen aber zugleich stärkeren Fokus auf Datenqualität, Nachvollziehbarkeit und Verantwortung.
ESG ist längst kein reines Regulierungsthema mehr. Unternehmen, die frühzeitig relevante ESG-Daten erfassen, sichern sich strategische Vorteile:
- Effizienteres Risikomanagement
- Bessere Chancen bei Investoren und im Finanzierungsprozess
- Mehr Vertrauen bei Kunden und Partnern
„Die CSRD kann als Orientierung dienen, um Ihr Unternehmen zukunftsfähig zu machen – und Ihre Position als Nachhaltigkeits-Vorreiter zu festigen, weit über die reine Pflichterfüllung hinaus.“
– Gabriela Mokošáková, Global Sustainability Lead
Unsere Empfehlungen: So bereiten Sie sich jetzt auf ESG vor
- Nutzen Sie die Zeit zur Vorbereitung von Prozessen, Datenerhebung und einem ersten Pilotreporting.
- Analysieren Sie ESG-Risiken entlang Ihrer direkten und indirekten Lieferkette.
- Bereiten Sie sich auf die Reasonable Assurance vor – sie erfordert bessere Kontrollsysteme.
- Verankern Sie ESG frühzeitig in Ihrer Unternehmensstrategie und -führung.
Sie suchen konkrete Schritte für die ESG-Umsetzung mit Mehrwert für Ihr Geschäft? Wir beraten Sie gerne.
Möchtest du auch eine gekürzte Fassung für LinkedIn oder eine Infobox auf der Website?


