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Wie Sie ein funktionierendes Data-Governance-Modell für das KI-Zeitalter in Microsoft Fabric aufbauen
März 2, 2026
Die meisten IT-Manager:innen erkennen die Notwendigkeit von Data Governance, stehen dem Gedanken eines Governance-Projekts jedoch häufig skeptisch gegenüber. Der Grund ist einfach: die Sorge vor übermäßiger Zentralisierung und einer Verlangsamung von Innovationen. Microsoft Fabric bietet hier einen anderen Ansatz – Data Governance, die Verantwortlichkeit und Transparenz fördert und gleichzeitig operative Flexibilität bewahrt.
Fabric ermöglicht einen dezentralen Ansatz („Federated Governance“): Die IT definiert den Rahmen, während Datenhoheit und Verantwortung bei den Fachdomänen verbleiben. Das Ergebnis? Daten werden dort verwaltet, wo sie entstehen – und halten dennoch einheitliche Regeln und Kontrollmechanismen ein.
Die vier Säulen von Governance in Fabric
Das Governance-Modell in Fabric basiert auf vier miteinander verknüpften Bereichen, die den gesamten Datenlebenszyklus abdecken:
Daten- und Metadatenmanagement
Das zentrale Admin-Portal ermöglicht die Steuerung von Einstellungen für die gesamte Umgebung, die Erstellung von Domänen nach Geschäftsbereichen sowie die Nutzung von Tags zur Kategorisierung und Suche im gesamten Katalog.
In der Praxis bedeutet das:
- Daten können nach Projekt, Region oder Lebenszyklusphase getaggt werden
- Teams finden relevante Inhalte schneller für ihre tägliche Arbeit und Entscheidungsfindung
Sicherheit und Compliance
OneLake Security vereinheitlicht das Zugriffsmanagement für alle Engines (Power BI, Lakehouse u. a.) an einem zentralen Ort.
- Rollenbasiertes Modell mit vier Elementen: Daten, Rechte, Nutzer, Ausnahmen (z. B. Row/Column-Level Security)
- Fabric integriert Microsoft-Purview-Labels für automatische Klassifizierung sensibler Daten – Daten ohne Label können nicht gespeichert werden
Vertrauenswürdigkeit und Observability
Mit wachsendem Datenvolumen ist nicht mehr die Verfügbarkeit das Problem – sondern das Vertrauen in die Daten.
- Endorsements kennzeichnen geprüfte und verlässliche Datenquellen: Promoted, Certified oder Master Data
- Der OneLake Catalog ermöglicht eine zentrale Suche über alle Inhaltstypen hinweg, inklusive Filter nach Domänen, Tags oder Verantwortlichen
- Lineage- und Impact-Analysen machen Datenabhängigkeiten sichtbar und bewerten die Auswirkungen von Änderungen – inklusive Benachrichtigungen für betroffene Nutzer:innen
Monitoring und Kontrolle
Transparenz darüber, wie Daten genutzt und verarbeitet werden, ist eine grundlegende Voraussetzung für Vertrauen.
- Fabric bietet native Tools wie den Monitoring Hub und die Govern-Ansicht im OneLake-Katalog für detaillierte Überwachung
- Ergänzend: Fabric Unified Admin Monitoring (FUAM) – ein Open-Source-Tool auf GitHub für Audits, Qualitätssicherung und Betriebskontrolle mit individualisierbaren Reports und langfristiger Datenarchivierung
Data Governance ist ein kontinuierlicher Prozess
Die Einführung eines Governance-Modells ist kein einmaliges Projekt. Den größten Mehrwert bringt ein schrittweiser, skalierbarer Ansatz: Start in einer Domäne, Testen von Tags, Berechtigungsdelegation und Labeling – und erst danach die Ausweitung auf weitere Bereiche.
„Wenn Sie sich mit Governance beschäftigen möchten, ist es immer sinnvoll, in kleinen Schritten zu beginnen. Die Implementierung sollte gut geplant und skalierbar sein – ohne den Anspruch, alles sofort perfekt umzusetzen.“ – Zdeněk Soldán, Senior Architect, Microsoft Fabric, Adastra
Warum Microsoft Fabric den Ansatz für Data Governance verändert
Fabric vereint Tools, die zuvor auf verschiedene Systeme verteilt waren – Purview, Power BI, Azure Synapse oder Data Factory. Dadurch entfällt die Notwendigkeit komplexer Integrationen und zusätzlicher Lizenzen.
Aus Sicht des IT-Managements bedeutet das:
- geringere Kosten für Administration und Tool-Integration
- schnellere Auditierbarkeit und einfachere Erfüllung von Compliance-Anforderungen
- höhere Datenqualität und mehr Vertrauen in Daten, die Entscheidungsfindung und KI-Projekte unterstützen
Und aus Business-Sicht? Daten sind verfügbar, verständlich und vor allem: nutzbar.
Der richtige Start: klein starten und schrittweise erweitern
Wenn Sie Data Governance einführen möchten, ist es immer sinnvoll, in kleinen Schritten zu beginnen. Eine saubere Planung und Skalierung der Implementierung ist wichtiger, als von Anfang an alles perfekt machen zu wollen.
- Starten Sie mit einem Pilotprojekt in einer Domäne
- Definieren Sie Tags, Labels und die Delegation von Berechtigungen
- Überwachen Sie Abdeckung und Qualität im Monitoring Hub und im OneLake Catalog Govern Tab
- Bewerten Sie die Ergebnisse und erweitern Sie das Modell schrittweise
Fazit: Data Governance ist keine Belastung, sondern eine Investition in Vertrauen
Data Governance in Microsoft Fabric bedeutet nicht Kontrolle um der Kontrolle willen – sondern ein sicheres, vertrauenswürdiges und effizientes Datenökosystem mit „AI-Readiness“ im Kern.
Für Organisationen, die ihre Datenstrategie auf die KI-Ära ausrichten wollen, bietet Fabric einen konsolidierten Rahmen: integriert ehemals getrennte Systeme, vereinfacht die Verwaltung und entlastet IT-Teams nachhaltig.

Zdeněk Soldán
Senior Architect, Microsoft Fabric, Adastra


